Kommunikation ist keine Entdeckung des 20. Jahrhunderts. Die antike Rhetorik wusste bereits alles über sie. Aber der Begriff ist ein Begriff des 20. Jahrhunderts und möglicherweise einer der wichtigsten Begriffe des 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung auch für das 21. Jahrhundert. Warum? Weil er paradigmatisch den Begriff der Kausalität als Grundbegriff zur Beschreibung von Weltzusammenhängen ergänzt. Hatte die Wissenschaft zuvor vornehmlich in Begriffen von Ursache und Wirkung geforscht, so rechnet sie nun auch mit Verhältnissen der Abhängigkeit zwischen unabhängigen Einheiten und beschreibt diese Verhältnisse in statistischen Begriffen der Wahrscheinlichkeit/Wiederholung und Unwahrscheinlichkeit/Überraschung. Das Seminar klärt grundbegriffliche Voraussetzungen und diskutiert verschiedene Fälle von Kommunikation, wie Interaktion, Organisation, Gesellschaft und Protestbewegung, je nach Interesse auch Politik, Wirtschaft, Recht, Wissenschaft, Kunst, Religion, Erziehung und Massenmedien.

Literatur zur Vorbereitung: Paul Watzlawick, Janet H. Beavin, Don D. Jackson, Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien, Bern: Huber, 1969 (Nachdruck Göttingen: Hogrefe, 2000).