Jahr 3 des Curriculum „Ärztliche Bewusstseinsbildung und Ethik am Beispiel der Medizin im
Nationalsozialismus“, mit Exkursion zur Gedenkstätte des ehem. KZ Buchenwald, das Weimar des Idealismus & dem Erinnerungsort Topf & Söhne - die Ofenbauer von Auschwitz - in Erfurt

„Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick.“
So beschreibt Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, seine Eindrücke bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald im April 1945.
In dem größten Konzentrationslager auf deutschem Boden nebst vielen Außenlagern waren insgesamt über 250.000 Menschen als Arbeitshäftlinge für die SS bzw. deutsche Rüstungsindustrie inhaftiert. Über 56.000 Menschen starben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung.

In der seminarethischen Exkursion thematisieren wir die Fragen, wie es zu dem „entstellten Bild des Menschen“ im Nationalsozialismus kommen konnte, und welche konkreten Auswirkungen und Umsetzungen folgten daraus? Welche möglichen Entwicklungen im Individuum, Gesellschaft und Medizin bzw. Gesundheitsversorgung bedarf es, um die auch derzeit wieder bedrohte Würde des Menschen fest ins Zentrum des Denkens und Handelns stellen zu können?
Die viertägige Exkursion führt uns an sog. „düsteren Orte“: zu der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald sowie an den Erinnerungsort Topf & Söhne, der Ofenbauer von Auschwitz, wo wir die damaligen Geschehnisse erlebend wollen – aber auch auf Spuren des kulturellen Erbes des lichtvollen Weimar, Zentrum des deutschen Idealismus. In diesem Spannungs-Verhältnis der örtlichen Nähe und der inneren Gegensätze wollen wir den bis in die heutige Zeit reichenden historisch bedeutsamen Entwicklungslinien nachspüren und uns mit obigen Fragen auseinandersetzen.